Samstag, 24. Februar 2018

Zu Gast bei Freunden (2006)

Zu Gast bei Freunden

Ein seidig weicher Klang, auf Kopfschmerztabletten breitet sich in harmonischen Wellen direkt vor mir aus. Ich hole tief Luft, ich hocke hier in meiner kleinen 35m² Wohnung, starre auf meine eigenen vier individuellen Wände.

Zu Gast bei Freunden!
Das Fußballspiel hat noch gar nicht angefangen, schon schreckt zum Wiederholten male eine Terrorbedrohung auf. Die Sicherheit gewährleisten, mit Kameras, Bundesnachrichtendienst, Bundeswehr und nicht zu vergessen den Verfassungsschutz.
Was es bedeutet, das sich München 1972 nicht wiederholt brauch ich dir nicht zu erklären.
Die Fragezeichen über die Art und Weise der Absicherung ziehen durch das Land.
Begleitet von Flutwellen, welche Bayern und Sachsen unter Wasser setzten.
Es nicht all zu lang her, da fiel dort noch meterdicker Schnee.
Ich glaub ich nehm noch eine Kopfschmerztablette, dann wird schon alles besser werden.
Ich sehe schon mein Spiegelbild ohne Spiegel.
Ein Grund sich Sorgen zu machen?
Nein, auf keinen Fall, der Überwachungsstaat breitet sich schleichend aus.
Sie wollen kontinuierlich die Lage verändern, uns einschränken, uns einlullen, uns entmündigen.
Die Schatten der Vergangenheit fallen immer schneller, nach dem ersten Bundeswehr Einsatz im Jahr 2002 in Afghanistan, schiebt sich eine Diskussion über den Einsatz der Bundeswehr im Inland in den Vordergrund.

Zu Gast bei Freunden.
In dem Rahmen der Sicherheit wird gefeiert.
Die Stahlträger unserer deutschen Vergangenheit halten die Decke der Moralvorstellungen fest, doch dieser plötzliche Mentalitätswandel kaschiert nur die Tatenlosigkeit unserer Politik.
Alle Wege führen nach Rom.

„Die demokratische Diktatur des Volkes braucht die Führung durch die Arbeiterklasse, denn die Arbeiterklasse ist am weitsichtigsten und selbstlosesten, sie ist am konsequentesten revolutionär. Die ganze Gesichte der Revolutionen zeugt davon, dass die Revolution zum Scheitern verurteilt ist, wenn sie nicht von der Arbeiterklasse geführt wird, dass sie aber unser Führung der Arbeiterklasse siegreich ist.
Quelle: „Über die demokratische Diktatur des Volkes“ – 30.Juni 1949

Die Wirkung der Kopfschmerztabletten lässt nach, die Freiheit beginnt zu weinen, weil das Böse zu gewinnen scheint.
Wieso nur müssen wir Menschen immer nur egoistisch denken?
Nur um selbst in dem harten Leben der Realität weiter nach oben zu kommen!?
Zu Gast bei Freunden, in einer Welt, wo jeder sich selbst am nächsten steht?
Der Ball ist rund, die Gedanken drehen sich im Kreis, der Doppelpass mit den Volksvertretern scheint seit der letzten Bundestagswahl unmöglich geworden sein, weil unser aller Vertrauen beschnitten wurde.
Eine radikale Demokratie wie in der Ukraine ist genauso falsch, wie unsere deutsche parlamentarische Demokratie.
Die Sternstunden unserer Schuldenuhr bleiben unbekannt, weiterhin läuft die Ziffer in Richtung Minus-Rot.
Freund und Feind, wie sollen wir weiß und schwarz unterscheiden?
Ideale vergraben, verloren, vernichtet?
Oder nur lienarisiert durch unser gleichförmiges Schulsystem, indem nicht gefördert sondern gefordert wird.
Das Volk vor dem Internet, Fernsehen, Radio, der Sinn nach Gerechtigkeit in einer unendlichen Datenflut ertränkt.
Die Kopfschmerztablette wirkt wie Opium für das Volk.
Sie wollen kontinuierlich die Lage verändern, uns einschränken, uns einlullen, uns entmündigen. Dieses Ziel können Sie am besten erreichen, wenn alle glücklich nach vorne
Der Tatendrang wegsterilisiert von dem Exorzisten des Staatsregimes.

Zu Gast bei Freunden.
Ich weiß es genau es geht uns nichts an, was in Realität hinter dem undurchsichtigen Vorhang
Geschieht.
Ich glaub ich nehm noch eine Kopfschmerztablette ...
Wir kennen alle das Prinzip, niemand beißt die Hand, die einen füttert.
Um uns wird sich doch gekümmert mit Hart IV und sonstigen Sozialleistungen.
Immer mehr arbeiten, immer weniger bekommen, das sind die Fakten unserer Gegenwart.
Die letzten Aufstände der Gewerkschatten, dann sind die Streikkassen für länger wieder leer.
Die lachenden Arbeitgeber werden das Geld unter sich aufteilen, um es den eigenen Lohnangleich zuzuführen, die Reste werden dem moralisch verwerflichen gierig schnaubenden Aktienindex spendiert.
Zu Gast bei Freunden, man sieht deutlich wer Freund und wer Feind ist!

Zu Gast in einer Gemeinschaft.
Ein geben und ein Nehmen, denen helfen die es brauchen.
Es denen wegnehmen die zu viel nehmen.
Es denen geben die zu wenig haben.
Die Kopfschmerztabletten machen mich schläfrig, ich weiß es ist wie Opium für das Volk.
Solche Träumereien im Endzeitmaterialismus?
Ich schau mich um, alles hat seinen Wert, die Zahlen umschwirren meinen Kopf.
Vom Geld angetrieben, wird uns täglich Opium gespritzt, um uns ruhig zu halten.
Zu Gast in einer unsichtbaren Diktatur der Machtgierigen Schattenmännern, welche immer nur mehr haben möchten, um besser zu sein als der andere.
Endzeitmaterialismus läuft einher mit der verkapitalisierten ersten Welt, welche in der heutigen Zeit selbst schon Kriege führt um neue Märkte zu erschließen.
Von einer gemeinsamen alle Köpfe umspannenden nationalen Politik keine Spur.
Bruttosozialprodukte, das sind wir geworden, verwaltet von einer parlamentarischen Demokratie, welche uns offensichtlich in den Ruin führt, ein kurzer Blick auf die Chronologische Entwicklung der Schuldenuhr öffnet uns die Augen.

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